Folge 8: Im “Palast der Winde” weht eine Note aus Tausend-und-einer Nacht.
Im “Palast der Winde” startet die Reise in die geheimnisvolle und zauberhafte Welt der Maharadschas bereits beim Betreten des Lokals. Holzschnitzereien von Buddha-Figuren, bunte Tücher und vergoldete Elefanten verführen die Gäste in eine kleine orientalische Oase voller Farben und feinster Gerüche. “Die Küche Indiens zeichnet sich besonders durch die Vielfalt an Gewürzen und Gerüchen aus”, verrät uns Mohammed Haque, der als gebürtiger Inder und gelernter Restaurantfachmann weiß wovon er spricht. Die indische Kochkunst versteht es eben, durch die richtige Zusammensetzung verschiedenster Gewürze, fein aufeinander abgestimmte Gerichte zu kreieren. Curry ist für viele der Inbegriff der indischen Küche. Dabei ist das, was wir Europäer als Curry verstehen, weit weniger als das, was sich wirklich im Curry verbirgt. So erklärt uns Mohammed, dass viele Menschen hierzulande falscherweise glauben, dass Curry ein Gewürz sei. “Das ist nicht richtig, denn im Curry stecken viele verschiedene Gewürze. Deshalb entscheidet die Qualität der Gewürzmischung, ob das Gericht am Ende den richtigen Geschmack hat.”
Neben Curry gibt es in Indien Gewürze wie Ingwer oder Safran, die laut Überlieferung die Sinneswahrnehmung schärfen, indem sie für hitzige Gefühle im Bauch sorgen. Mohammed weiß daher genau, wie er die Sinne seiner Gäste schärfen kann: “Wenn ich zum Beispiel ein frischverliebtes Paar bediene, empfehle ich gerne ein schönes Gericht mit Safran. Der Geruch des Safrans und die schöne goldgelbe Farbe haben schon viele verzaubert.”
Wer im “Palast der Winde” zum ersten Mal die Speisekarte öffnet, sollte ein wenig Zeit zum Studieren mitbringen, denn die Auswahl an Gerichten ist üppig. Dies liegt vor allen Dingen an den unterschiedlichen regionalen Küchen, weswegen man eigentlich nicht von der “klassischen indischen Küche” sprechen kann. “ Auf jeden Fall bietet die indische Küche für jeden Geschmack etwas, egal, ob man nun lieber scharf, süß, vegetarisch oder ein Fleischgericht isst. “ Liebhaber für scharfe Speisen kommen beim Inder jedoch besonders auf ihre Kosten. Gerade im Süden Indiens wird scharf gekocht.
Als Gewürzbeilage zu den schärferen Hauptgerichten wird hier gerne Chutney gereicht, eine Art salzig-würziger Marmelade. In der nordindischen Küche werden viele Gerichte in einem speziellen Tonofen, genannt “Tandoor”, zubereitet. “ Der Lehmofen, der normalerweise in die Erde gebaut und mit Holzkohle erhitzt wird, wurde extra für die Restaurantküche im “Palast der Winde” eingefolgen. Mohammed erklärt uns wie der Tandoor-Ofen funktioniert: “Im Tandoor werden Fleisch, Fisch und Ge?ügel über der Glut gegart. Die Marinade, die dabei in die Glut tropft, verleiht dabei den einzigartigen Geschmack des Garguts.” Die heißen Wände des Lehmofens werden neben dem Garen der Fleisch- und Fischsorten zum Backen des klassischen indischen Fladenbrotes Naan genutzt. Hier bedarf es einer besonderen Fingerfertigkeit, den Teig so schnell wie möglich an die heiße Wand zu bringen. Fingerfertig muss man auch beim traditionellen Essen in Indien sein, denn gegessen wird hier mit der rechten Hand, die man unmittelbar vor Beginn des Essens wäscht.
So wie sich die indische Esstradition in den Jahren der Kolonialherrschaft der britischen Küche angenähert hat, hat auch die britische Kochkunst sich einiges von der indischen Küche abgeschaut – „Tandoori Chicken“ gilt beispielsweise of?ziell als britisches Nationalgericht. Aber „Tandoori Chicken“ ist nicht nur bei den Briten sehr beliebt, denn auch Mohammed schwärmt davon: “Eine besondere Freude macht man mir mit einem scharfen Tandoori Chicken und einem kühlen Mango-Lassi. Bei dieser Mischung von scharf und heiß und fruchtig süß geht mein Herz auf.“’

Mohammeds Lieblingsgericht: Tandoori Chicken
Die Zutaten für 4 Personen:
600g Hähnchenbrust?lets
4-6 EL Tandoori-Paste Würzpaste aus dem Glas
2 Zwiebeln
5 Tomaten
Öl zum anbraten
Die Arbeitsschritte:
Die Tomaten und Zwiebeln kleinhacken und mit etwas Öl in der Pfanne anbraten. Die
Gewürzmischung dazugeben und mit etwas Wasser aufkochen lassen. Normalerweise
verwendet man anstelle der Gewürzmischung bis zu 30 verschiedene, frische Gewürze.
Um das Nachkochen jedoch etwas einfacher zu gestalten, empfehlen wir eine Tandoori-
Gewürzmischung aus dem India-Laden.
Anschließend die Hähnchenbrust?lets in kleine Stücke schneiden und in heißem, aber
nicht kochendem Wasser (etwa 75 °C bis 95 °C) zehn Minuten pochieren. Danach direkt
zu den Tomaten und Zwiebeln zugeben.
Zu Tandoori Chicken isst man Basmati Reis oder traditionelles Naan Brot.
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Witziger Koch!